HSC Zierenberg - SHG Hofgeismar/Grebenstein   24 : 29 (9:17)

 

Desolate Halbzeit im Derby

Die Herren des HSC verlieren nach desolater erster Halbzeit das Derby gegen die SHG Hofgeismar/ Grebenstein. Lediglich neun Treffer gelangen dem HSC im ersten Durchgang, und so gingen die Gäste nach 60 Minuten als verdienter Sieger vom Parkett.

Das Derby zweier ebenbürtiger Mannschaften lockte zahlreiche Zuschauer in die Zierenberger Sporthalle, dabei konnten auch viele bekannte Gesichter im Warmetal begrüßt werden. Der HSC war personell wieder besser besetzt und musste an diesem Tag nur auf Jesper Stiegenroth und Ben Rode verzichten. Bereits nach einer Minute leisteten sich die Hausherren den ersten technischen Fehler, und die Gäste bestraften dies mit dem 0:1. Doch nur wenige Augenblicke später konnte Oli Eckhardt mit etwas Glück  zum 1:1 ausgleichen. Die SHG legte danach wieder vor, doch die Warmetaler konnten abermals ausgleichen. Der pfeilschnelle Micha Foschum schaltete nach dem Ballgewinn sofort um, sprintete Richtung Gästetor, schaffte damit Raum, und Oli Eckhardt konnte unbedrängt einnetzen. Doch dieser Zwischenstand täuschte ein wenig über die miserable Leistung der Hausherren hinweg, die im weiteren Verlauf noch weiter abbauen sollte. Man merkte dem Team an, dass das Feuer fehlte, um in so einem Derby bestehen zu können. Etliche Bälle wurden leichtfertig abgegeben, und man scheiterte ein ums andere Mal am großartigen SHG-Keeper. Die 5:1-Deckung der Gäste sorgte für große Probleme, und so erzieiltendie Gastgeber bis zur 10. Minute keinen weiteren Treffer.

Mirko Dettmer nahm die Auszeit, um sein Team neu einzustellen, doch die Ansprache verpuffte. Lediglich HSC-Keeper Jens Rudolph hielt die Zierenberger mit seinen Paraden am Leben und verhinderte ein frühzeitiges Fiasko. Während die Mannen des HSC die Bälle durch Schrittfehler, Fehlpässe und unpräzise Abschlüsse leichtfertig hergaben, bauten die Gäste ihre Führung kontinuierlich aus. Fünf Tore in der 20. Minute und bereits sieben in der 25. Minute, so lautet die Differenz aus Zierenberger Sicht. Den heimischen Anhängern schwante böses, bahnte sich hier ein absolutes Fiasko im Derby an? Als der souverän leitende Unparteiische die Mannschaften zum Pausentee in die Kabinen schickte, sah jedenfalls alles danach aus. Die SHG hatte den Vorsprung auf achte Tore ausgebaut, ein enttäuschendes 9:17 prangte auf der Hallenuhr.

Der zweite Abschnitt begann mit einem Treffer von Dennis Schindehütte, doch die Gäste glichen prompt aus. Man merkte den Gastgebern an, dass sie nun heiß waren und nochmal alles in die Waagschale werfen wollten. Doch es mangelte weiterhin an der nötigen Effizienz, zu oft stand der glänzend aufgelegte SHG-Keeper dem Torerfolg im Weg. So bauten die Gäste ihren Vorsprung bis zur 40. Minute sogar auf 10 Tore aus. Dies schien der Startschuss für die Zierenberger Aufholjagd gewesen zu sein. Micha Foschum erzielte das 13:22, und kurze Zeit später Andi Rudolph das 14:24. Dann schlug die Stunde des Daniel Kunz, mit viel Willen und Dynamik war er durch die Hofgeismarer Defensive nicht aufzuhalten. Er erzielte sechs Treffer in nur zehn Minuten. Zu diesem Zeitpunkt war bereits mehr als ein Ruck durch das Zierenberger Team gegangen, die Zuschauer sahen nun eine völlig veränderte Mannschaft. Und dies zeigte sich auch im Ergebnis, der HSC steckte nie auf und kämpfte sich Tor um Tor heran. Die Zierenberger Defensive war nun bärenstark und ließ sieben Minuten keinen Gegentreffer zu. Beim Spielstand von 23:25 in der 57. Minute lag die Sensation in der Luft, plötzlich waren die Punkte wieder zum Greifen nah. Wenige Augenblicke später eilte Jens Rudolph aus seinem Kasten, um einen Gegenstoß der Gäste abzufangen, viele einfache Tore konnte er damit bereits verhindern. Doch dieses Mal kam es zu einer leichten Berührung mit einem SHG-Akteur. Während der Gästespieler theatralisch zu Boden ging und dort verweilte, war sowohl für die neutralen Beobachter wie auch den Schiedsrichter schwer zu erkennen, ob es überhaupt einen Kontakt gab. So befragte der Unparteiische den Zierenberger Keeper und dieser räumte eine leichte, unbeabsichtigte Berührung ein. Eine wahre Fairplay-Geste, denn für seine wahrheitsgemäße Aussage erhielt er die rote Karte.

Die HSCer konnten das Spiel dann nicht mehr herumreißen, zu groß war die Bürde, die sie sich im ersten Abschnitt auferlegt hatten. Zwei Gästetreffer in den letzten 30 Sekunden sorgten dann für 24:29 Endstand. Lange Gesichter im Zierenberger Lager und ein verdienter Sieg der Spielgemein-schaft. HSC-Coach Mirko Dettmer äußerte sich nach Spielende mit knappen Worten: „Wir haben zwei gleichwertige Mannschaften gesehen. Jedoch wollte ein Team über 60 Minuten gewinnen und das andere nur 30 Minuten“. Der zufriedene Gästetrainer Douglas Träder analysierte die Partie mit folgenden Worten: „Wir sind super in die Partie gekommen und hatten auch das Spielglück auf unserer Seite. Mit einem super Torwart konnte wir eine gute Führung rausspielen. Auf Grund angeschlagener Spieler waren wir zum Wechseln gezwungen, was Unruhe reingebracht hat. Am Ende ist das Ergebnis verdient, da wir über 60 Minuten das bessere Team waren“.

Für Zierenberg: J. Rudolph (Tor), Zimmermann (Tor), Schindehütte 4,

                          A. Rudolph 3, Hellmuth, Faupel, Dettmer,

                          Spangenberg 3/2, Eckhardt 3, Kunz 7, Foschum 2,

                          Richter, Zöltzer 2

HSC Zierenberg – SHG Hofgeismar/Grebenstein                               

                                                                                26.02.23 – 17.30 Uhr

Derbyzeit in Zierenberg

Nach einer kurzen karnevalsbedingten Saisonpause werden die Pappnasen abgesetzt. Am Sonntag um 17:30 Uhr erwarten die Zierenberger Handballer die Sportfreunde der SHG Hofgeismar/ Grebenstein zu einem echten Derbyknaller. Im Nachbarschaftsduell wird sich um nicht weniger als die Vorherrschaft hinter der Tabellenspitze duelliert. Der Sieger der Partie kann weiter Richtung Tabellenspitze schielen, während der Verlierer seinen Blick eher Richtung Tabellenkeller wenden sollte.

Während sich der TSV Korbach mit einem kleinen Polster auf Rang drei wiederfindet, stehen der HSC und die SHG mit 19 Pluspunkten auf Platz 6 und 7. Die Gäste starteten etwas behäbig in die Saison, schwappen aber nun auf einer echten Erfolgswelle in das benachbarte Warmetal. In den letzten sechs Partien konnten sie fünf Siege einfahren, ein sehr bemerkenswerter Erfolg. Ein echter Garant für diesen Erfolg ist Jan Kurban, der 127 Treffer in 15 Partien beisteuerte. Dies entspricht einem Schnitt von rund 8,5 Toren pro Spiel. Ihm folgt Tobias Gemmecker als zweitgefährlichster Akteur im Grebensteiner Angriffsspiel, er netzte bereits 58 mal im gegnerischen Kasten ein. Die Spielgemein-schaft ließ besonders in ihrem letzten Match aufhorchen, als sie die Mannen von Eintracht Baunatal mit 34:30 vor heimischer Kulisse besiegten. Die Zierenberger sollten gewarnt sein und von Beginn hellwach, denn die SHG startete wie die Feuerwehr in die Partie und führte nach zwölf Minuten bereits 12:4. Ihre Stärke waren dabei das gebundene Spiel und zwei starke Keeper im Tor.

Beim Blick ins Zierenberger Lager dominieren erst einmal die negativen Schlagzeilen. Wie bereits verkündet, verletzte sich Ben Rode vor der letzten Partie im Training. Die Verletzung wiegt leider schwerer, und er wird wohl einige Wochen pausieren müssen. Es bleibt zu hoffen, dass ihn seine hauseigene Physioabteilung etwas früher wieder fit bekommt. Ansonsten plagen sich mit Andi Rudolph, Daniel Kunz und Marius Faupel gleich drei Rückraumspieler mit einem grippalen Infekt herum. Es bleibt abzuwarten, wer aus dem Trio bis zum Wochenende wieder fit wird. Positiv ist zu erwähnen, dass Kevin Zöltzer wieder fit ist und für neuen Wind auf der Außenbahn sorgen wird. Im Warmetal gilt es, den positiven Trend zu bestätigen und an die Leistung des letzten Matchs anzuknüpfen. Dem ausgegebenen Ziel eines ausgeglichenen Punktekontos hinkt man noch etwas hinterher, am Wochenende könnte man wieder in die Spur kommen. In positiver Erinnerung bleibt das Hinspiel, welches die Zierenberger mit drei Toren für sich entscheiden konnten. Besonders Daniel Kunz zeigte eine klasse Vorstellung und steuerte fünf Treffer bei. Allerdings lief man dort die ersten zwanzig Minuten einem Rückstand hinterher, da das dezimierte Team nicht fokussiert genug war. Auch wenn die Halle in Zierenberg mit einer Holzhackschnitzelfeuerungsanlage geheizt wird, eine  zu warme Halle am Sonntag wird nicht erneut als Ausrede für einen verschlafenen Start herhalten können.

Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass nun eine fast identische Aussage zu lesen ist. Doch dies ist nicht der mangelnden Kreativität des Autors, sondern der Ausgeglichenheit der Liga geschuldet. Wieder einmal treffen zwei Mannschaften auf Augenhöhe aufeinander. Somit ist abermals ein sehr spannendes Match zu erwarten, bei dem die Tagesform über Sieg und Niederlage entscheiden kann. Zieht man das Hinspiel als Maßgabe heran, geht die Favoritenrolle ins Warmetal. Betrachtet man jedoch die Form der Rückrunde, so kann dieser Part auch gut und gerne in die Handballhochburg nördlich des Flughafens gegeben werden. Beide Teams freuen sich über reichlich Zuschauer in der Zierenberger Sporthalle, die diesem Derby einen würdigen Rahmen verleihen werden.