HSG Hofgeismar/Grebenstein - HSC Herren 21:24 (11:13) 

 

Tropische Verhältnisse in Grebenstein 

Mit lediglich 9 Feldspielern und zwei Torhütern reiste der HSC am Samstagabend zur benachbarten SHG nach Grebenstein. Obwohl die Zierenberger unter anderem auf Ben Rode, Kevin Zöltzer, Marius Faupel und Oli Eckhardt verzichten mussten, konnten in einer spanenden Partie zwei Punkte aus dem Hofgeismarer Altkreis entführt werden. 

Als die Warmetaler Handballer zu ungewohnter Zeit die Sporthalle der Heinrich-Gruppe-Schule betraten, wunderten sie sich doch sehr über die fast tropischen Verhältnisse. Hier hätten die Akteure, besonders in der aktuellen Situation, gerne auf ein paar Grad der Holzhackschnitzel-Heizung verzichtet. Wer nun denkt, dass das Team dadurch munter und heiß in die Partie startete sah sich wieder einmal getäuscht. Die junge und dynamische Truppe der Spielgemeinschaft startete wie die Feuerwehr und führte bereits nach drei Minuten mit 3:0. Lange Gesichter bei den Zierenberger Anhängern auf den Rängen, bahnte sich hier ein Debakel an? Schon beim Aufwärmen waren nicht alle Zierenberger voll da, und so verpennten sie die ersten Minuten komplett. In der Abwehr wurde nicht zugepackt, und so fand auch Jens Rudolph im Tor nur schwer ins Spiel. Als Michael Foschum in der 9. Minute den 5:4 Anschlusstreffer erzielte, ging so langsam ein Ruck durch die Mannschaft. Die Truppe erkannte ihre Fehler und steigerte sich sowohl im Angriff als auch in der Abwehr zusehends. Im Angriff zeigte Andi Rudolph wieder eine starke Vorstellung, und in der Deckung wurde im richtigen Moment zugepackt. In der 16. Spielminute entschärfte Jens Rudolph einen Strafwurf der Gäste, und wenig später konnte Dennis Schindehütte erstmals den Ausgleich erzielen. Andi Rudolph legte direkt nach, und so zogen die Gastgeber beim Stand von 8:9 die Notbremse und nahmen ihre erste Auszeit. Auch wenn Jan Kurban auf Seiten der SHG wieder einmal stark aufspielte, reichte dies nicht um auszugleichen. Es entwickelte sich ein spannendes Spiel, beim Stand von 11:13 schickte der Schieds-richter die Teams dann in die Halbzeitpause. 

Der zweite Durchgang begann, wie der erste geendet hatte. Die Gastgeber kämpften, und die Warmetaler blieben weiterhin in Führung. Es wurden einfache und gute Lösungen gegen die Deckung der Hofgeismarer gefunden. Nach den ersten guten Minuten ließ die Kraft der Zierenberger jedoch merklich nach. Sehr bitter, dass Jesper Stiegenroth verletzt raus musste, da er bis dahin ebenfalls eine starke Vorstellung lieferte. Während sich in vielen anderen Partien der hohe Zierenberger Altersschnitt eher nachteilig auswirkte, konnte man die Erfahrung heute optimal einsetzen. Die Gastgeber zeigten ein enorm schnelles Spiel im Angriff, ließen jedoch den letzten Druck und Gefährlichkeit vermissen. Die Zierenberger Defensive durchschaute dieses Spiel und ließ die Angriffe laufen, schonte die eigene Kondition und griff erst im letzten Moment zu. Dies führte dazu, dass die SHG fast zehn Minuten ohne Torerfolg blieben. Im zweiten Abschnitt waren die gelben Karten aufgebraucht und es gab Hinausstellungen auf beiden Seiten. Aus dem entsprechenden, teilweise sogar doppelten, Überzahlspiel konnte aber keine Mannschaft wirklich Kapital schlagen. Auch wenn die SHG den Abstand immer wieder auf ein Tor verkürzen konnte, sorgte ein bärenstarker Jens Rudolph im Zierenberger Kasten dafür, dass das Spiel nicht kippte. Im Zierenberger Team wurde fleißig gewechselt, und so streifte auch Coach Mirko Dettmer das Trikot über und agierte am Kreis. Nun bekam auch der erst 17-Jährige Max Krieger seine Spielanteile und konnte wertvolle Erfahrungen im Seniorenbereich sammeln. Besonders in der Defensive fügte er sich nahtlos ins Spiel ein. Neuzugang Nick Hellmuth zeigte auf Außen seine ganze Klasse und erzielte kurz vor Schluss zwei ganz wichtige Treffer. 30 Sekunden vor Schluss netzte Dennis Schindehütte zum 21:24 Endstand ein.

“Wir haben dort angeknüpft, wo wir die letzten Wochen aufgehört haben, in dieser Partie stimmten jedoch Einsatz und Wille bis zur 60. Spielminute.” so analysierte Mirko Dettmer den Sieg kurz nach der Partie. 

 

Für Zierenberg: J. Rudolph (Tor), Zimmermann (Tor), Schindehütte (4),

                          Richter, Dettmer (2), Stiegenroth (4), Rudolph, A. (6/3),

                          Spangenberg, Kunz (5), Hellmuth (2), Foschum (1),

                          Krieger 

SHG Hofgeismar/Grebenstein – HSC Zierenberg                  

                                                   Vorbericht für 15.10.2022 - 19.00 Uhr

Mit der SHG Hofgeismar/Grebenstein erwartet den HSC ein alter Bekannter und eine echte Konstante im nordhessischen Handball. Die vergangenen Jahre verliefen für die SHG doch sehr ähnlich wie die der Zierenberger. Während sich die Fans an viele packende Begegnungen in der Bezirksoberliga erinnern, unternahm die Spielgemeinschaft im vergangenen Jahr einen Ausflug in die Landesliga. Doch ähnlich wie bei den Warmetalern war die neue Ligazugehörigkeit nur von geringer Dauer. Sie konnten sechs Punkte in der Liga und der Abstiegsrunde sammeln und mussten am Ende der Saison den Gang zurück in die Bezirksoberliga antreten. Die Spielgemeinschaft verfügt über einen soliden Aufbau, die beiden Stammvereine weisen über 80 Jahre Handballtradition auf. Die SHG vereint 600 Mitglieder, an diesen Wert kommt kaum ein anderer Verein in Nordhessen. Nach dem Abstieg verließ Hazim Prezic die Hofgeismarer Richtung Münden. Mit Douglas Träger leitet nun ein Urgestein des SVH Kassel die Geschicke der ersten Mannschaft.

Nun werfen wir aber einen Blick auf die aktuelle Situation. Der kommende Gegner weist mit zwei Siegen und einem Unentschieden einen Punkt mehr auf als der HSC. Auch wenn sie noch nicht richtig in der Liga angekommen sind, ist der Sieg gegen die heimstarke HSG Reinhardswald bemerkenswert. Während die Gastgeber bisher 12 Tore mehr erzielen konnten, haben beide Teams 145 Gegentreffer hinnehmen müssen. Auf Seiten der SHG konnte Jan Kurban bereits 43 Treffer erzielen, damit war er fast für jedes Dritte Tore verantwortlich. Die Zierenberger Defensive sollte daher gewarnt sein.

Auch am kommenden Samstag sieht sich Coach Mirko Dettmer  wieder mit einer Vielzahl von Absagen konfrontiert. Es bis heute noch nicht klar, wer das Trikot des HSC überstreifen wird. Sicher ist jedoch, dass der HSC wieder einmal mit einem stark dezimierten Kader in die Partie gehen wird. Aber die Truppe hat in den letzten beiden Spielen gezeigt, dass das Potenzial vorhanden ist, unabhängig von der Anzahl der Spieler. Idealerweise spielt man am Samstag zwei erste Halbzeiten, da dies jedoch nicht möglich ist, müssen die Warmetaler an ihrer Konstanz arbeiten. Die Truppe muss an die grandiose Vorstellung in der ersten Halbzeit aus der Vorwoche anknüpfen, zumal man dort teilweise den Landesligakader zu Gast hatte und das Spiel anfangs deutlich dominierte. Es müssen 60 Minuten lang Einsatz und Wille stimmen, damit die nächsten Punkte eingefahren werden können. Vergleicht man die Ergebnisse ist wieder ein Spiel auf Augenhöhe zu erwarten, bei dem die Hofgeismarer als leichter Favorit in die Partie gehen. Das Match wird am Samstag in der Halle der Heinrich-Grupe-Schule ausgetragen.