Rückblick                                                 70 Jahre Handball in Zierenberg                               40 Jahre HSC Zierenberg 1978 e.V. 

Ein Rückblick - 70 Jahre Handball in Zierenberg – 40 Jahre HSC Zierenberg 1978 e.V.

Der Handballsport hat in Zierenberg eine lange Tradition. 29 Jahre nach der offiziellen Erfindung des Handballspieles und bereits ein Jahr vor der Gründung des DBH  wurde auch in Zierenberg zum Handball gegriffen.

Die ursprünglich vom Berliner Oberturnwart Max Heiser (1917) für Mädchen entworfene Ballsportart wurde zunächst ohne Körperkontakt gespielt und war eine Mischung aus Netz- und Korbball, später „Torball“ genannt. 1919 wurde diese Sportart auch für Jungen und Männer attraktiv, da nun auch Zweikämpfe erlaubt waren und außerdem der Ball verkleinert wurde, so dass das Werfen in den Vordergrund rückte. 1921 trug man schließlich die erste deutsche Meisterschaft aus – natürlich auf dem Großfeld, denn Mannschaftgröße, Spielfeld und Schiedsrichter entliehen sich die Erfinder dem Fußball.

Im Herbst 1947 fanden sich in Zierenberg vier handballbegeisterte, junge Männer zusammen, um ihren Sport, Feldhandball, ausüben zu können. Es war schnell klar, dass dies zu viert nicht funktioniert, aber ebenso schnell fanden sich weitere begeisterte Jungs, so dass man im November das erste Freundschaftsspiel gegen Kassel-Nord (heute SV Hermania Kassel) bestreiten konnte. Es war kalt, es schneite, und das Spiel fand, in unpassendem Sportdress, unter freien Himmel statt, dennoch freute man sich endlich Handball in Zierenberg spielen zu können.
Als die Beitrittsverhandlungen mit dem TSV Zierenberg scheiterten half nur eins: Eigenständigkeit! So wurde 1948 der Handballclub 1948 Zierenberg aus der Taufe gehoben. Natürlich hatte man mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen - „Es gab ja nichts!“- und so nähte man zum Beispiel die Trikots für zwei Herren- und eine Damenmannschaft aus Fahnenstoff. Allen Widrigkeiten zum Trotz nahmen alle drei Mannschaften erfolgreich am Spielbetrieb teil, wobei sowohl die Herren, als auch die Damen schnell den Aufstieg in die Bezirksliga schafften.
Neben dem Feldhandball entwickelte sich, angetrieben von den skandinavischen Ländern, auch der  Hallenhandball. Hier, in der Halle, war man von Wind und Wetter unabhängig und konnte sich technisch, taktisch und im Tempospiel ganzjährig weiter entwickeln. Die erste Weltmeisterschaft im Hallenhandball fand 1938 in Berlin statt, doch brachten         die Kriegsjahre den Handballsport wieder fast zum Erliegen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Jahr 1946 die Internationale Handball-Föderation (IHF) und 1949 der deutsche Handball Bund (DHB) gegründet.

Ab 1957 erlebte der Hallenhandball seinen Aufschwung. Bereits 1935 bestritten die Mannschaften von Dänemark und Schweden das erste Länderspiel in der Halle, und mit der Anpassung der Regeln an die neue Umgebung wurde das Spiel sicherer, schneller und auch attraktiver. Allmählich verlor der Feldhandball an Bedeutung und wurde ab 1972 ad Acta gelegt.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Zierenberger Handballer schon einige Erfolge eingefahren, doch der fehlende Nachwuchs und Abgänge verschiedener Spieler forderten Tribut. Dies führte nach und nach dazu, dass Mannschaften abgemeldet wurden, der HC 48 Zierenberg Ende der fünfziger Jahre den Spielbetrieb einstellen musste und sich auflöste.
Es dauerte sechs Jahre bevor Fred Thias und Karl Rode mit ein paar begeisterten Jugendlichen den Handball in Zierenberg erneut aufleben ließen. Und nun gelang es auch, die Handballabteilung im TSV Zierenberg zu integrieren. Die Umstellung vom Feld- zum Hallenhandball war im vollen Gange, und das stellte die Zierenberger vor einige Probleme. Eine eigene Sporthalle gab es zu dieser Zeit in Zierenberg nicht. Doch die eingeschworene Truppe nahm auch diese Hürde und trainierte in verschiedenen Hallen im Sportkreis Kassel, so dass auch diesmal ein schneller Aufstieg in die A-Klasse und später die Bezirksliga folgte.

1978 erfolgte schließlich der nächste Umbruch, als sich die Handballer vom TSV Zierenberg lösten und sich der Handball Sport Club 1978 Zierenberg konstituierte. Zusammen mit den beiden Ehrenvorsitzenden Karl Rode und Georg Röhr gründeten Wolfgang Brede, Vera und Karl-Heinz Müller, Andreas Rauwolf, Bernd Rehrmann, Alexander Rode, Ulrich Rudolph, Rüdiger Scheuermann, Sonja und Gerhard Schindehütte, Michael Schwedes, Elke Selzer, Peter Weiser und Gerd Wittmer den HSC Zierenberg 1978 e.V. Und diese Damen und Herren gründeten nicht nur den Verein, sie erhalten ihn auch heute noch durch ehrenamtliche Arbeit aktiv am Leben.

Zwar haben es die Mannschaften des HSC Zierenberg nie in die oberen Sphären des Handballs geschafft, doch ermöglicht er bis heute den Breitensportlern, Mädchen, Frauen, Jungen und Männern ihrem sportlichen Hobby nachzugehen und Zusammenhalt und Gemeinschaft zu erleben.

Sportlich bietet  der HSC Zierenberg oft ein Wechselbad der Gefühle. Neben Serienerfolgen, wie zum Beispiel die Aufstiege von der B-Klasse bis in die 2. Bezirksliga, mussten die HSCer auch schon zahlreiche Tiefschläge und Abstiege in Kauf nehmen. Doch Erfolge zählen auch im Kleinen: in den letzten 40 Jahren konnten die HSC Mannschaften zahlreiche Meistertitel in ihren Klassen feiern und brachten auch den einen oder anderen Spieler hervor, der es in spielstärkere Mannschaften und höhere Spielklassen schaffte.
Sportlicher Höhepunkt des HSC war der Aufstieg der Männermannschaft in die Landesliga in der Saison 2002/03, in der man aber, nicht zuletzt aufgrund viele personeller Veränderungen und fehlender finanzieller Mittel, viel Lehrgeld zahlen musste. Weitere Highlights im Vereinsleben waren die Spiele gegen den tschechischen Meister und Champions-League-Teilnehmer KOVO Petrol Pilsen im August 1998 und gegen die deutsche Weltmeistermannschaft von 1978 im Oktober 1998.
Heute hat der moderne und familiäre Verein, geführt von Sebastian Barthel, rund 200 Mitglieder, von denen gut die Hälfte Kinder und Jugendliche sind. Dabei Besonders stolz sind Vereinsführung und Mitglieder darauf, dass der Verein einer der wenigen eigenständigen Handballvereine im Kreis Kassel geblieben zu ist.
Aktuell hat der HSC Zierenberg mit seiner Männermannschaft eine eingeschworene Gemeinschaft in der Bezirksoberliga, eine Damenmannschaft in der Kreisklasse B, eine männliche D-Jugend und eine Mini-Mannschaft, deren Meisterschaftsspiele alle am zweiten Septemberwochenende 2018 beginnen.

Die Männermannschaft wird von Thomas Dittrich trainiert, der das Team am Ende der letzten Spielzeit übernommen hat und im Jubiläumsjahr mit seinen Jungs einen sehenswerten und erfolgreichen Handball zeigen möchte.
Auch die Damenmannschaft hat einen neuen Trainer: Matthias Spangenberg möchte mit „seinen Damen“ ebenfalls eine Leistungssteigerung erreichen.
Die männliche D-Jugend wird von Frank Meyer betreut und von zwei Mädels der Frauenmannschaft unterstützt, die Mini-Mannschaft trainiert Sandra Gritzo.

Dem amtierenden Vorstand gehören Sebastian Barthel (1. Vorsitzender), Frank Meyer (2.Vorsitzender und Schiedsrichterwart), Sandra Gritzo (Schatzmeisterin), Bernd Rehrmann (Schriftführer), Mario Richter (Sportwart) und Jens Rudolph (Jugendwart) sowie Heike Rüddenklau (Pressewartin) an.

Als Geburtstagsgeschenk für die Zierenberger Handballfans konnte der HSC Zierenberg für das Jubiläumsjahr die Bundesligamannschaft der MT Melsungen für ein Freundschaftsspiel gewinnen! Am 24.Oktober 2018 um 20:00 Uhr empfängt die Zierenberger Männermannschaft das Team von MT-Cheftrainer Heiko Grimm in der Sporthalle an der Warme. Weitere Informationen dazu folgen…

 

Nun heißt es für die Zierenberger Handballgemeinschaft ausgiebig ihr Jubiläum zu feiern und das Jahr mit guten Ergebnissen zu krönen. Am 14.September 2018 öffnen sich die Türen des Bürgerhauses Zierenberg zur Jubiläumsparty des HSC. Ab 20:00 Uhr soll dann gefeiert werden.